Vision & Philosophie

Vom FORUM TIBERIUS ausgehend soll sich die moderne und zeitgemäße Idee, dass Kultur eine bestimmende Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg darstellen kann, im Diskurs über internationale Netzwerke ausbreiten.

Theorie und Praxis gehen nicht nur daher beim FORUM TIBERIUS Hand in Hand: Vortragsveranstaltungen, Wettbewerbe, Künstlerförderung, Kultur- und Wirtschaftsreisen sind gesellschaftlicher und intellektueller Input ebenso, wie angewandte Umsetzung gemeinsamer Ideen und Anliegen.

Seit seinem  Bestehen hat sich das Forum als Think-Tank etabliert und in seinen Veranstaltungen und Diskussionen herausgearbeitet, dass eine starke und konstruktive Einbindung von Kultur der Wirtschaft 10 Faktoren für nachhaltigen Erfolg bietet.

Diese 10 Faktoren der Kultur für die Wirtschaft sind:

  • Standortfaktor
  • Umwegrentabilitätsfaktor
  • Netzwerkfaktor
  • Faktor zur Verankerung von Normen und Werten
  • sozio-integrativer Faktor
  • gesellschaftlicher Faktor
  • kommunikativer Faktor
  • emotionaler Faktor
  • künstlerische Kreativität als Faktor für Wissenschaft u. Forschung
  • internationaler Faktor

Wie alles begann, wie die Idee erwuchs, wie sich das FORUM TIBERIUS entwickelte und wie die Philosophie reifte und reift, ist hier in einem geschichtlichen Rückblick nachzulesen.

Am Anfang war der Gesang …
Die Hamburger Musikhochschule soll 1996 für Unilever mit Hilfe eines üppigen Etats eine neue Eiscreme promoten. Geboren wird „I Cestelli - Competizione dell'Opera“: ein Gesangwettwerb junger Sängerinnen und Sänger. Nach deutschlandweiten Ausscheiden werden in einem grandiosen Abschlusskonzert die Gewinner gekürt. Der Erfolg des Wettbewerbs ist überwältigend – er findet 1998 eine noch prachtvollere Wiederholung. Der Erfolg der Eiscreme freilich ist weniger beeindruckend – sie wird vom Markt genommen.

Die Idee der „Competizione dell'Opera“ lebt fort. Sie wandert die Elbe hinauf nach Dresden. Dort sind zwei mutige, kreative Köpfe der Dresdner Kulturszene, die sich der Idee annehmen: Hans-Joachim Frey, Direktor der Semperoper und Mitbegründer des Wettbewerbs und Torsten Mosgraber, Intendant der Dresdner Musikfestspiele. Gemeinsam schaffen sie in der barocken Kulturstadt ein Netzwerk der Begeisterung. Der Mitteldeutsche Rundfunk ist dabei, die Sächsische Staatsregierung übernimmt die Schirmherrschaft und stiftet das Preisgeld. 2001 wird die „Competizione dell'Opera“ Bestandteil der Dresdner Musikfestspiele. Die internationale Ausschreibung und Vorentscheide bringen faszinierende junge Künstler aus der ganzen Welt zum Finale in die Hauptstadt des Freistaates.

2002 – die Organisation steht, Rundfunk, Freistaat und ein wachsender Kreis von Freunden sind wieder dabei – gibt es eine Fortsetzung. Der Wettbewerb hat sich rasch einen festen Platz in den internationalen Veranstaltungskalendern erobert. So schafft die „Competizione“ zum zweiten Mal in seinem noch kurzen Leben die Metamorphose von einem singulären – nach dem Willen seiner Väter – Ereignis zu einer Tradition.

Von der Idee zum Forum
Die Idee erreicht eine Reihe von Dresdner Bürgern – Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik, Ärzte, Rechtsanwälte usw. Sie eint eines: ihre Kulturbegeisterung. Eine Handvoll von ihnen – unter anderem der ehemalige Wirtschaftsminister und Gründervater des Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals Kajo Schommer, der Unternehmer Kay Ulrich Schwarz, der Operndirektor Hans-Joachim Frey, der Personalberater Jürgen B. Mülder, der Ansiedlungsbeauftragte des Freistaates Alexander Prinz von Sachsen, der Juwelier Georg H. Leicht sowie der Bankdirektor Frank Schulz - bringen ihr leidenschaftliches Engagement, ihr profundes Wissen und ihre exzeptionellen Kontakte als Startkapital ein.

Die Idee reift zum Plan: die Veranstaltung von Wettbewerben, ein Netzwerk aus Wirtschaft und Kultur zur Nachwuchsförderung ... kurz: ein internationales Forum zur Förderung junger Künstler. Ein weit verzweigtes Netzwerk beginnt zu wachsen - es reicht bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ein tragfähiger organisatorischer und rechtlicher Rahmen wird geformt – das ausgefeilte Konzept entwickeln einschlägige Experten aus dem Freundeskreis. Ein Domizil wird gefunden – in der privaten Villa Tiberius am Weißen Hirsch, dem Haus eines Vorstandsmitglieds, finden die Mitarbeiter Raum, um ihre Aufgaben zu erfüllen, und die Veranstaltungen erhalten zugleich einen wundervoll repräsentativen Rahmen.

Es gilt, nicht nur den Preisträgern - denen bereits der internationale Aufstieg vorgezeichnet ist - sondern einem breiten Kreis junger Talente Chancen für eine Karriere zu eröffnen, ihnen Kontakte zu vermitteln, sie zu Haus- und Kammermusikkonzerten einzuladen, sie mit Vermittlern und Impresarii, dem Rundfunk, den Orchestern, der Philharmonie, dem Gewandhaus oder der Oper zusammen zu bringen.

Nun bedarf es jedoch, den Plan auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen und ergiebige Quellen zu erschließen. Die steuerlichen Rahmenbedingungen gebieten die Sicherung der Gemeinnützigkeit. Keine Leistung ohne Gegenleistung – der Hamburger Professor Friedrich Look sät einen provokanten Gedanken: „Was kann die Kultur für die Wirtschaft tun?“ Das Forum lässt ihn zu einer systematischen Kooperation, einer Win-Win-Situation keimen. Die Einbindung der Wirtschaft wird zum Erfolgsrezept, die Fragestellung zur Leitidee des Forums.

Nach knapp zwei Jahren ist es geschafft. Das „Internationale Forum für Wirtschaft und Kultur“ wird aus der Taufe gehoben.

Aus einem Konzept wird die Philosophie 
Das Profil des Forums wächst schnell und beständig. Zum Internationalen Gesangwettbewerb „Competizione dell'Opera“ kommen 2003 erfolgreich der Internationale Klavierwettbewerb „Anton G. Rubinstein“ und 2004 der „Internationale Kompositionswettbewerb für den Raum der Gläsernen Manufaktur“ hinzu, einschließlich der Vorausscheide - und das immer wieder. 


• Abend-Veranstaltungen in der Villa Tiberius mit prominenten Referenten und der Präsentation talentierter Nachwuchsmusiker – und das jeden Monat einmal. 
• Kultur- und Wirtschaftsreisen im Rahmen der Internationalen Wettbewerbe in alle Welt für Mitglieder und Freunde zu befreundeten Institutionen, in die Botschaften der bereisten Länder, zu internationalen Unternehmen und Theatern – und das mehrere Male im Jahr.

Das ist das Konzept, das prägt die Philosophie!

• Referenten auswählen, einladen und ihre oft auf Jahre gefüllten Terminkalender mit den Plänen des Forums in Einklang bringen, sie bei der Auswahl ihrer Themen beraten und ihre Aufenthalte betreuen. 
• Nachwuchstalente in aller Welt aufspüren, zu einer Vorstellung im Forum einladen, beraten und betreuen. Freunde und Mitglieder regelmäßig zu den Veranstaltungen einladen und sie zum Dialog zu ermuntern.

Das ist die unsichtbare, nimmer endende Tagesarbeit.

Die musikalischen Darbietungen sind elementarer Bestandteil, nicht Rahmen der Geselligkeit. „Ganz bewusst ist das Konfrontieren mit Musik, die Begegnung mit jungen Künstlern vom Anfang unserer Gesellschaftsabende an wichtiger Bestandteil. Die Musik lässt etwas Inneres anklingen, begeistert und regt zur Auseinandersetzung an. Jetzt kommen viele auch deshalb, weil sie sich wohl fühlen in einem Milieu, das Solches bietet. Genau so bewusst haben wir auch an den Beginn wirtschaftsorientierte Themen gesetzt, die für Unternehmer, Manager, die Geschäftswelt interessant sind.“ (Hans-Joachim Frey)

Alles, was das Forum leistet, ist stets höchster Qualität verpflichtet. Exzellenz ist Anspruch und Verpflichtung.

Erfolg braucht Freunde – oder: Wie es wächst
Prominente lassen sich begeistern: der Schauspieler Armin Müller-Stahl, der ehemalige Staatsminister für Kultur Professor Julian Nida-Rümelin, der Trompetenvirtuose Professor Ludwig Güttler und viele andere führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik stellen sich in den Dienst dieser einmaligen Idee. Sie tragen die Botschaft des Forums in die Welt und ihr profundes Wissen zu den Themen Kultur, Ökonomie und Ethik zur intellektuellen Bereicherung in das Forum. Die Liste der Referenten wächst, etwa 150  Persönlichkeiten zählen wir bislang.

Die Veranstaltungen sind die Plattform für Kontakte, Erfahrungsaustausch und Innovationen. Sie ermöglichen neue, gemeinsame Debatten und Projekte und verbinden Inhalte und Kommunikation mit der Künstlerförderung des FORUM TIBERIUS.

Hochkarätige Referenten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur gewähren den Mitgliedern und ausgewählten Gästen Einblicke in aktuelle, innovative Themenfelder von gesellschaftlicher Relevanz.

Mitten im Herzen von Dresden finden die Veranstaltungen zehn bis zwölf Mal im Jahr in der Kajo Schommer Lounge des QF statt.

 Die Medien gewinnen Interesse: Der Mitteldeutsche Rundfunk, die regionalen und überregionale Zeitungen, Fotografen und viele andere öffnen den Veranstaltungen das Tor zur Öffentlichkeit und sorgen dafür, dass jeder einzelne Schritt, jedes einzelne Event detailliert und sorgfältig dokumentiert werden kann.

Immer mehr neue Freunde lassen sich für das Forum gewinnen, viele von ihnen werden Mitglieder. Sie bringen Ihre Kreativität, Ihre Leistungsbereitschaft und neue Ideen ein sowie wieder neue Freunde mit. Sie erweitern so kontinuierlich unser Netzwerk.

Zeichen des Erfolges
Der Diskurs auf Augenhöhe zwischen Kultur und Wirtschaft ist angesponnen - ein Dialog, der immer aufs Neue geführt werden muss, der klar sagt, dass es darum geht, der Gesellschaft etwas von dem zurückzugeben, was die Wirtschaft zuvor erhalten hat - heute, da es immer weniger große Unternehmer, aber immer größere Unternehmen gibt, die solches tun. In einer Zeit, in der Shareholder Value, Effizienz- und Gewinnsteigerung für viele zum dominanten Maßstab geworden sind, provoziert das Forum:

„Wenn das so ist, dann steigen wir ein in einen Dialog und weisen mit genau derselben Sprache nach, was es für Vorteile hat, die Kultur durch die richtige Brille zu sehen - nämlich dass sie nicht das ist, was man sich nachts nur leistet zwischen neun Uhr und Mitternacht, wenn man nichts mehr zu schaffen hat, sondern dass Kultur etwas ist, das unser Leben in der Gesellschaft, unser ganzes Dasein maßgeblich und alltäglich bestimmt – der Humus aus dem wir kommen, von dem wir leben, auch unser Erfolg!“ (Hans-Joachim Frey)

Der Erfolg des Forums spricht sich herum. Andernorts entstehen vergleichbare Vereine, die die Innovationsideen des Forums aufgreifen. Eine Namensänderung, die zugleich Referenz an den Ort der ersten Veranstaltungen ist, schützt seit Sommer 2006 die von Dresden in alle Welt ausstrahlende Idee: FORUM TIBERIUS– Internationales Forum für Kultur und Wirtschaft e.V.