Das 3. WORLD CULTURE FORUM

Die Initiatoren wollen mit dem WORLD CULTURE FORUM in Form von Kongressen eine international anerkannte Veranstaltungsreihe etablieren, die zur Schaffung einer ,Kultur der Balance’ und einer ,Balance der Kulturen’ beiträgt und umsetzbare Erkenntnisse herausarbeitet. Kultur steht beim WORLD CULTURE FORUM nicht primär für die Kunst, sondern für die Wechselwirkung der verschiedenen Teilbereiche einer Zivilisation bzw. Gesellschaft: Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, Religion, Politik und Medien. Wesentliche Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Menschheit ist eine adäquate Balance dieser verschiedenen Teilbereiche der Kultur.
Es soll deutlich gemacht werden, welche bedeutende Rolle Kulturen und Zivilisationen als Grundlage für ökonomische Prozesse haben, und zwar mit dem langfristigen Ziel einen Zusatzentwurf zum WORLD ECONOMIC FORUM Davos zu formulieren und dabei auch die Zusammenarbeit von Kultur und Wirtschaft auszubauen. 

Es ist geplant, das 3. WORLD CULTURE FORUM unter dem Thema „Kultur als Orientierungsrahmen: Zukunft benötigt mehr als Wachstum“ (Culture as a Frame of Reference: Future needs more than Economic Growth) stattfinden zu lassen. 

Die Herausforderung:

Die aktuelle Wirtschaftskrise zeigt schonungslos auf, was auch schon seit längerem deutlich wird: Das Zeitalter des ständigen materiellen Wachstums und zunehmenden Wohlstandes großer Gesellschaftskreise in den frühindustrialisierten Ländern ist vorbei. In unserer Zeit und unserer Kultur wurden Wachstum und materielle Wohlstandsmehrung zwar immer mehr zum Maßstab, an dem alles gemessen wird. Doch Wachstum und Wohlstand, die bislang weitgehend als Synonyme behandelt wurden, entkoppeln sich zunehmend und verändern ihre Bedeutung. Zumal das Versprechen immerwährender materieller Wohlstandsmehrung verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit und Sinnhaftigkeit. Die Mehrheit der Bevölkerung der frühindustrialisierten Länder muss künftig wohl sogar von sinkendem materiellem Wohlstand ausgehen und sieht sich mit der Gefahr ökonomischer und ökologischer Systemzusammenbrüche konfrontiert. Mit dem absehbaren Rückgang materiellen Wohlstandszuwachses wird es für viele Menschen auch immer wichtiger, der daraus potentiell erwachsenden Enttäuschung und Desorientierung durch Erschließung immaterieller Wohlstandsquellen vorzubeugen. 

Das Ziel:

Es muss deshalb jetzt die Chance mit Nachhaltigkeit genutzt werden, zukunftsfähige Betrachtungen, Konzepte und Innovationen zu entwickeln, um die erforderliche Balance von Kulturen und Zivilisationen zu schaffen. Durch neue Bündnisse und Kooperationen, auch durch Festlegung neuer internationaler Regeln für globale Märkte auf Basis neuen Bewusstseins, sollen Voraussetzungen für die Schaffung neuer Wertschöpfungsdimensionen entwickelt werden. Kreativität muss wieder in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen gerückt werden, und zwar als Teil einer Renaissance des Humanismus. 

Dies sollte auch als besondere Chance für die Kunst gesehen werden. Kunst sollte wieder verstärkt in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Interesses gestellt werden. Kreativität und Wertevermittlung, gepaart mit neuer Inhaltlichkeit, eröffneten der Kunst eine starke vermittelnde Rolle für die erforderliche Umorientierung unserer Gesellschaft und für ein besseres Miteinander von Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik. Gerade eine solche Neuorientierung kann langfristig auf die erforderliche „Balance der Kulturen“ hinwirken. Das kann auch eine neue Chance für die Wirtschaft sein, um neben Geschäftszielen wie mehr Wachstum und optimale Gewinnmaximierung auch Ethos und Ausrichtung am Gemeinsinn verstärkt in den Mittelpunkt ihres Wirkens zu stellen. Das 3. WORLD CULTURE FORUM steht daher in Zeiten internationaler Krisen unter dem Motto: „Kultur als Orientierungsrahmen: Zukunft benötigt mehr als Wachstum“ (Culture as a Frame of Reference: Future needs more than Economic Growth) (Arbeitstitel). 

Kunst, und auch Religion, nehmen in diesem Ansatz eine gestärkte Rolle gegenüber der Wirtschaft. Sie ergänzen die Gründungsphilosophie des FORUM TIBERIUS mit dessen fragendem Motto: „Was kann die Kultur für die Wirtschaft leisten?“ Konkret müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie die Gesellschaft auf neue Bündnisse zwischen Kultur und Wirtschaft vorbereitet werden kann. Ziel muss es sein, abzusehende materielle Wohlstandsverluste durch immaterielle Wohlstandsgewinne auszugleichen. Es muss vor allem auf kulturelle und gesellschaftliche Transformationen hingearbeitet werden, die darauf abzielen, Frieden zwischen den Menschen und mit der Natur zu stiften. Dazu müssen wir Innovationen und Techniken fördern, die den Rahmen einer zukunftsfähigen Kultur schaffen, die Perspektiven von Glück und Sinn in den Vordergrund rücken sowie immaterielle Elemente der Kultur betonen. Dies kann nur in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und auf Grundlage ihrer Erfahrungen gelingen. 

Der Weg:

Um diese Ziele zu erreichen, initiiert das WORLD CULTURE FORUM gemeinsam mit seinen Partnern und Partnerländern einen Dialog der Kulturen im Rahmen einer Kultur des Dialogs. Dieser nachhaltige Dialog mit anderen Kulturkreisen soll sich für den Erhalt kultureller Vielfalt einsetzen, konkrete Impulse geben und gesellschaftliche Beachtung erzielen. Zu diesem Zweck legt das 3. WORLD CULTURE FORUM seine Schwerpunkte auf Klärungen eines immateriellen Wohlstandsbegriff, der Voraussetzungen kultureller Nachhaltigkeit, hinreichender Bedingungen für kulturelle Vielfalt und kulturelle Bildung sowie auf Fragen von Migration und Integration.

(WCF Team in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Meinhard Miegel, Prof. Dr. Werner J. Patzelt und Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher)